In Münster-Hiltrup unterwegs

Münster – Die beiden Ordnungshüter der Stadt ernten  an diesem Morgen erstaunte Blicke. „Zu Fuß sind wir hier normalerweise nicht unterwegs“, erklärt Kurt Schütt. „Man kennt in Hiltrup nur unsere Fahrzeuge.“ An diesem Tag ist es anders. „Schulwegsicherung“ ist angesagt. Sein Kollege Thomas Brandt und er kontrollieren für die Ordnungspartnerschaft „Verkehrsunfallprävention“ den ruhenden Verkehr an der Alten Kirche. An der Straße liegen die Ludgerusschule und der Kindergarten Hiltrup-West.
„In den Außenbezirken ist es in der Regel sehr ruhig“, erzählt Schütt. Dass hier ein geparktes Auto an Einmündungen den erforderlichen Fünf-Meter-Abstand nicht einhält und Kindern so die Sicht auf den Straßenverkehr nimmt, passiert hier eher selten, sagt Schütt. „Ganz im Gegenteil zu Hansa- oder Kreuzviertel –  da boxt der Papst.“
Trotzdem halten die Hiltruper Winfried Kerstiens und Jörg Peters viel davon, dass auch in ihrem Stadtteil kontrolliert wird. „Meine Kinder sind zwar noch zu klein für die Schule, trotzdem find ich das gut“, sagt Peters, der die beiden Mitarbeiter des Ordnungsamtes hier tatsächlich noch nie gesehen hat. Er hat eine Stelle ausgemacht, die Autofahrer gerne zuparken, und zeigt sie den beiden Ordnungshütern: „Da vorne an der Einmündung zur Meesenstiege stehen viele Wagen  immer wieder zu weit in der Kurve.“
Vor der Ludgerusschule befindet sich ein langer Parkstreifen, auf dem Eltern halten und ihre Kinder aus dem Wagen lassen können. „Das ist okay“, sagt Thomas Brandt. „Hier gilt ein eingeschränktes Halteverbot, Be- und Entladen ist erlaubt.“ Trotzdem werfen die beiden Kollegen einen prüfenden Blick hinüber. „Damit sich hier kein Dauerparker einrichtet“.
Kurz vor 8 Uhr füllt sich der Parkstreifen. André Clewemann lässt seinen Sohn Aron aussteigen. „Ich finde die Situation hier problematisch. Der Streifen ist um diese Zeit oft mit Autos überfüllt.“ Und direkt vor der Schule ist absolutes Halteverbot. Früher deswegen von zuhause losfahren – das würde er nicht tun, sagt er und verabschiedet sich von seinem Jungen. Durch die dichten Büsche am Straßenrand bahnt sich Aron seinen Weg zum Schulgebäude.
„An der Alten Kirche wird viel zu schnell gefahren“, beschwert sich eine Mutter bei den Mitarbeitern des Ordnungsamtes. „Hier queren schließlich Schulkinder die Straße“, schimpft Irmgard Scheiper. Sie hat gerade ihre Tochter weggebracht und macht Schütt und Brandt auf ein nächstes Problem aufmerksam. „Dieser Parkstreifen wird dringend gebraucht“, hat auch sie festgestellt. Nur: Durch die Büsche kämen die Kinder zwar sicher zum Schulgebäude. Aber wenn es im Herbst oder Winter nass wird und die Trampelpfade matschig sind, fahren viele Eltern mit ihrem Auto auf den Lehrerparkplatz an der Schule, um dort ihre Kinder rauszulassen. „Das ist sehr gefährlich“, hat sie beobachtet. Gespräche mit der Schulleiterin habe es bereits gegeben. „Hier fehlt ein vernünftiger Fussweg für die Kinder durch die Büsche, damit sie sicher zur Schule kommen.“ Andrea Kutzendörfer